Buchrezension mit einer Übersetzung aus dem Tadschikischen Persisch aus „Im steinernen Sack“ (1988/1989) — Die tadschikisch-persischen Memoiren des bucharisch-jüdischen Schriftstellers Mordechai Bachaev alias Muhib (1911–2007)

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1 Alumnus der Humboldt-Universität zu Berlin

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10.22034/spektrum.2024.485170.1006
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Dieser Text besteht aus zwei Teilen: einer kurzen Buchvorstellung und einer Übersetzung aus dem Buch, die den Hauptteil bildet. Die Übersetzung wurde aus dem Tadschikischen Persisch unter Beibehaltung des ursprünglichen Stils angefertigt und stammt aus dem letzten Kapitel des ersten Bandes der zweiteiligen Memoiren „Im steinernen Sack“ (1988/1989) von Mordechai ben Hijo Bachaev, genannt Muhib (1911–2007). Muhib war ein persischsprachiger Schriftsteller, Dichter, Übersetzer sowie Kultur- und Sprachaktivist unter den sogenannten bucharischen Juden in Zentralasien, insbesondere im heutigen Usbekistan und Tadschikistan. In seinen Memoiren beschreibt er ausführlich und in einem romanhaften Stil seine Lebensumstände während der Zeit des „Großen Terrors“, der stalinistischen Verfolgungskampagne Ende der 1930er Jahre, die schließlich zu seiner Inhaftierung im Jahr 1938 führte. Das Hauptziel dieses Textes ist jedoch die Einführung einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der tadschikisch-persischen Sprach- und Literaturgeschichte unter den bucharischen Juden. Diese ethno-religiöse Minderheit in Sowjet-Zentralasien (1917–1935) entwickelte eine neue „Sprache“ – abgeleitet und gleichzeitig eigenständig gegenüber dem Persischen und seiner zentralasiatischen Variante, dem Tadschikischen – unter der Bezeichnung „Bucharisch-Jüdisch“. Diese Sprache wurde zunächst in hebräischer Schrift, später in lateinischer Schrift geschrieben, bis sie 1934 per Regierungsbefehl eingestellt wurde. Veröffentlichungen in bucharisch-jüdischer Sprache erschienen noch bis etwa 1940. Die Zahl der Sprecher dieser tadschikisch-persischen Varietät wurde bis Ende 1987 auf etwa 85.000 geschätzt, davon 45.000 in der UdSSR und 32.000 in Israel.