Probleme bei der Klassifikation von Sprachen anhand sprachlicher Universalien – am Beispiel des Persischen
نویسندگان
1 Abteilung für deutsche Sprache und Literatur, Fakultät für Briefe und Humanwissenschaften, Shahid Beheshti Universität, Teheran, Iran
doi
10.22034/spektrum.2021.184472چکیده
Eine kritische Betrachtung der Klassifikation von Sprachen anhand sprachlicher Universalien ist notwendig, da man bei der Analyse von Sprachen immer wieder mit der Annahme konfrontiert wird, dass beispielsweise Sprachen mit der Wortstellung SOV-Postpositionen aufweisen oder nur die Bildung von pränominalen Relativsätzen erlauben. In diesem Artikel wird vorgeschlagen, dass das Persische ein Gegenbeispiel zu solchen Verallgemeinerungen darstellt. Am Beispiel des Persischen wird zudem untersucht, ob sich diese Methode der Sprachklassifikation durch einen historischen Überblick bestätigen lässt. Darüber hinaus wird geprüft, ob sich die Satzstrukturen des Alt- und Mittelpersischen offensichtlich vom modernen Persisch unterscheiden. Im Verlauf des Artikels werden mehrere Fälle vorgestellt, die den Annahmen sprachlicher Universalien widersprechen, wobei einige dieser widersprüchlichen Befunde durch eine diachrone Analyse erklärbar sind.