Materialistische Neigungen hinsichtlich des Wesens des Menschen in der Geschichte des schiitischen Denkens und ihre Verbindungen zur Mu'tazila von Baṣra

نویسندگان

1 Freie Universität Berlin, Institut für Griechische und Lateinische Philologie. Deutschland

2 Fakultätsmitglied des Departments für Theologie und Religionen Shahid Beheshti University, Tehran, Iran.

doi
10.22034/spektrum.2024.203860
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Es wird oft angenommen, dass die Imamiyah und die Mu'tazila, bekannt als "al-'adlyyah", von Anfang an in ihrer theologischen Entwicklung eng zusammengearbeitet haben. Abgesehen von Fragen des Imamat und der Wilayah soll es kaum Unterschiede zwischen ihren theologischen Ansichten geben. Historische Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese beiden Gruppen bis zum vierten Jahrhundert ernsthafte Unterschiede sowohl inhaltlich als auch methodisch aufwiesen. Ab dem vierten Jahrhundert näherten sie sich jedoch einander an, insbesondere durch die Imamiyah-Theologieschule in Bagdad. Diese Annäherung setzte sich bis ins achte Jahrhundert fort, wobei bedeutende Einflüsse zwischen beiden Denkrichtungen sichtbar wurden. Der Artikel untersucht die "Anthropologie" von der Bagdad-Schule im vierten Jahrhundert bis zur Ḥillah-Schule im achten Jahrhundert. Die zentrale Frage ist, wie sich die schiitischen und mu'tazilitischen Ansichten zur menschlichen Wahrheit in dieser Zeit beeinflussten. Es wird angenommen, dass das schiitische Denken stark von den mu'tazilitischen Rationalisten geprägt wurde. Analysen zeigen, dass die schiitischen Theologen in Bagdad von Abu al-Huḏayl und die Hillah-Gelehrten von Abu al-Husayn al-Baṣrī beeinflusst wurden. Das Konzept der menschlichen Wahrheit entwickelte sich von einer materialistischen Perspektive, basierend auf Abu al-Huḏayls Theorie im fünften Jahrhundert, zu einer anderen materialistischen Perspektive, basierend auf Abu al-Husayn al-Baṣrīs Theorie im siebten und achten Jahrhundert.